Presse

einige Pressestimmen:

Münchner Merkur vom 13.3.2007, agm. :

Es ist diese Perfektion der Ironie, diese farbenfrohe Schonungslosigkeit im Wiedergeben des Lebens und der Umwelt, die diese Ausstellung so amüsant und genussvoll macht… Obwohl …der ‘Blick in die Welt’…fast brutal ist, es mehr das Hässliche der Welt zeigt, mehr das Horrorkabinett menschlichen Lebens - wer die Ausstellung gesehen hat, verlässt sie mit einem Lächeln.

Hesse (die Museumsleiterin) beschreibt das Werk der drei Maler so: “Messerscharf an der Wirklichkeit vorbei, pfeilgerade in die Künstlichkeit”. Wie bei der Improvisation im Jazz entstehe aus drei künstlerischen Sichtweisen ein vierter Weg, der die unverwechselbare Handschrift der Gruppe ausmache. Eine ungewöhnliche Arbeitsweise und ein figurativer Stil, der die Künstlergruppe bundesweit und international bekannt gemacht habe.

Welt-Online und Welt-am-Sonntag vom 18.3.2007, Barbara Reitter-Welter:

Hauptthema des Kunstkabinetts sind die Oberfläche der Politik und des Boulevards, sind Trivialmythen der Massenkultur, Kitsch und Kunst, aber auch gesellschaftliche Probleme wie Migration oder Umweltschutz. Es sind narrative Arbeiten, veritable ‘Lesebilder’, die verschiedene Geschichten miteinander kombinieren. Wirklichkeitspartikel werden spielerisch zu expressiv kraftvollen Tableaus vereint - manchmal kritisch im Ansatz, dann wieder als purer Nonsens oder Spiegelung der banalen Sensationskultur.

Münchner Merkur vom 2.5.2007, Reinhard Müller-Mehlis:

In später Entsprechung zu den Verfahrensweisen der Pariser Surrealisten reagieren Amann, Schikora und Zierold jeweils auf das, was der andere bereits manifestiert hat, durch den eignen assoziativen Impetus: in bildlichen Definitionen, die den musikalischen Improvisationen des Jazz zu entsprechen scheinen. Schnipsel binden sich zum Bild.

Vermeintliche Paradiese erweisen sich als grimmiger Höllenschlund. Aus grotesken Deformationen erwuchs der in listiger Weise kindliche Stil eines aggressiven, verwilderten menschlichen Chaos’. Jegliche Zusammenkunft gerät zum Horrortrip.

Göttinger Tageblatt vom 22.3.2006, Anja Marrack:

Mit Feingefühl für die Spielarten der Kunst entstehen Bilder der Gesellschaft, klarsichtig, scharfzüngig. Und obwohl immer wieder gesagt wird, dass unsere Zeit schon genug Bilder hat, diese Ausstellung zeigt im humorvoll ausgebreiteten Spektrum von gewollt naiv bis gekonnt traditionell, dass es nicht auf die Anzahl, sondern auf die Art der Bilder ankommt.
Zuletzt sei eine Antwort auf die Frage gewagt, warum es so viele nackte Frauen in diesem Kunstkabinett gibt. Anders herum: warum so viele sorgfältig gekleidete, kleine Männer? Amann, Schikora und Zierold würden es da sicherlich ganz mit Manet halten, der es uns 1863 bildlich zum Frühstück servierte: Die Wahrheit, das ist eine Frau, und sie ist nackt. Da schaut man halt gern hin.

Kleine Zeitung, Klagenfurt vom 16.7.2001, Bernd Czechner:

Bei all der statischen Organisation der Bildräume scheint deren Handlung aus dem Rahmen zu gleiten und – gegensätzlich der Rezensentenmetapher vom “ins Bild hineingezogen zu werden“ – sich abladen zu wollen an die richtige Adresse. Bei all den scheinbar naiv-plakativen Gesellschaftskarikaturen eröffnet sich manchmal auch ein Nach- Denk- Freiraum, tauchen Zitate aus den Weiten der Kunstgeschichte auf… Augenblicklich wird das moralisierende Pamphlet zu wundersamen Erzählungen mit offenem Ausgang.

Braunschweiger Zeitung vom 24.9.1999, Nina Brüwer:

Die Banalität der Inhalte steht jedoch im starken Kontrast zur ungewöhnlichen Darstellungsweise. Der besondere Witz der Bilder besteht in der Kombination verschiedener Perspektiven in einem Werk. Figuren und Gegenstände werden sowohl aus der Zentral- als auch aus der Vogelperspektive gezeigt. Der Boden, auf dem sie stehen, gleicht einem riesigen Tablett, von dem sie zu rutschen scheinen. Durch diese Schrägstellung des Bildbodens entsteht jedoch wiederum paradoxerweise der Eindruck einer Zweidimensionalität oder Flächigkeit, die derjenigen von Fernsehbildschirmen ähnelt.

Frankfurter Rundschau vom 2.9.1999, Nikolaus Jungwirth:

Auch die von den drei in Frankfurt und München lebenden Künstlern….gemeinsam signierten Ölbilder haben das triviale Leben zum Inhalt. Die erzählenden, figuren- und gegenstandsreichen Ausschnitte aus der Alltagswelt präsentieren sich heiter und ironisch. Sie sind in einer Art naiv-surrealistischer Manier angenehm locker und versiert gemalt.

In der gegenwärtigen, von individualistisch verkapselten Problemstellungen beherrschten Kunstlandschaft wirkt die offene unverschlüsselte Auseinandersetzung des “King Kong Kunstkabinetts“ mit sozialen Verhältnissen ausgesprochen befreiend.

Abendzeitung München vom 13.7.1999, Peter M. Bode:

Es ist eine eher literarische, eine kommentierende Malerei, der auch jedes Mal sinnstiftende Titel eingeschrieben werden: “Autogrill”, “feuchtes Glück”, “Partyline”, …sind Titel, die allesamt auf die ironisch-zeitkritische Haltung der Schwabinger King Kongs verweisen.

Chamer Zeitung vom 24.4. 1997, Ines Kohl:

Um die rosaroten Versprechungen solcher Trugbilder, um die Identifizierung mit unerreichbaren Image-Utopien drehen sich die Bilder von „Heim und Welt“. Die Widersprüche des Lebens, wie man es erträumt, und des Lebens, wie es real sich darbietet, werden aufgespießt in der grotesken Umkehrung einer bürgerlich miefigen Vorstellung von Heim und Welt, auch die immer weiter sich öffnende Schere zwischen Lebensqualität und technischer Machbarkeit ist das Thema der Bilder.

Abendzeitung München vom 22/23. 4. 1995, Peter M. Bode:

…als visuelles Material verwendet die bekannte Münchner Maler-Kooperative bei ihrer raumfüllenden Mega-Installation dokumentarische Aufnahmen spezifischer städtischer Orte und Situationen, phantastische Bilderfindungen und filmisch inszenierte „Kunststücke“ aus den Arsenalen dieser kreativen Dreierbande.

Münchner Merkur vom 22.1 1993, Claudia Treiber:

Was sich in den Gemälden noch distanziert mitteilt, springt den Besucher im ersten Stock unvermittelt an: Im dunklen Raum werden von Lämpchen Gruppen von kleinen Figuren in schummriges Licht getaucht, manche werden in Beziehung zu Videos gesetzt. Da wird der Rundgang zur Geisterbahnfahrt durch die jetzige Welt und ihren Zukunftsperspektiven. Ein deformierter Mensch robbt über den Wohnzimmerboden, um im Videofilm nebenan als beinloser Plastiksoldat zu verbrennen („Phoenix Action“)….Monstermenschen in Miniatur, gebastelt aus allem, was die Mülltonne hergibt- durchsichtigen Plastikschachteln, Holzstücken, Kunststoffteilen oder Metallschienen.

TZ München vom 18.1. 1993, B.W.:

Erstaunlich frisch und frech präsentiert sich das King Kong Kunstkabinett jetzt in der Interims-Galerie des BBK: großformatig-farbstarke Gemälde aus den letzten vier Jahren. Kritischer Reflex auf unsere schöne neue Welt: Da feiern Trivialmythen und Kitsch fröhliche Auferstehung, begegnen sich die Symbole westlichen Wohlstands- Sony-Anlage und Automobil, Spielautomat und Surfbrett.

Kölnische Rundschau vom 14.5. 1992, Angelika Gundermann:

Grob bearbeitete Holzstücke, abgebrochene Pinsel, zusammengeknülltes Papier, alte Scheibenwischer, Fundsachen unterschiedlichster Herkunft werden mit bunten Farbschichten überzogen und zu Menschen und Dingen verdichtet. Spielzeugwelten entstehen aus Farbklecksen und Materialien, die Figuren und Formen mehr andeuten als konkretisieren.

ADZ vom 26.3.1992, Christiane Dörr:

Immer steht der Mensch im Mittelpunkt der Gemeinschaftsarbeiten, oft entblößt, verhaltensverzerrt, verrenkt und meistens haarscharf „daneben“. Der gesellschaftliche Normaltyp, bis zur Kenntlichkeit verzerrt, sieht dem Betrachter als Spiegelbild entgegen. Wohl dem, der zu lachen vermag angesichts der bissig satirischen Anspielungen.

Berliner TAZ vom 10.11.1990, Dr. Martin Reuter:

Selbst besichtigen ist zu empfehlen, z.B. Tanz den Adenauer. Vor diesen zweieinhalb Fratzenfiguren mit Geschichtsandeutung (Marke „halbwild“) hätte selbst Karl Valentin nicht umhingekonnt sein: „Rot, gelb, grün, blau, wunderbar!“ auszurufen. Ich persönlich mochte große bunte halbfigürliche mehrdeutige, witzige Malereien immer lieber als gequälte Konstruktionen um den Künstlermythos herum. Einige Bildtitel: Der fliegende Holländer, Warming Up, Brutto, Das gute Herz, Innendienst, Schulschluss, Junges Paar, Hundetrimmer, Weihnachtsschwein.

Frankfurter Rundschau vom 19.5.1990, Dorothee Baer-Bogenschütz:

Jedes Malmotiv ist recht, aber die Künstler gehen zunächst von Abstraktionen aus, Titel gibt’s im Nachhinein. Inspirierend wirken nicht zuletzt die Kunst und der Kunstrummel. Hier verlassen die Ratten das sinkende Schiff mit gebleckten Zähnen, die Dame und die Pinguine sind verstummt, und eine Prise Beckmann bewegt die Takelage; dort steht Vincent, der einsame van Gogh, und lässt sich von seinem soeben aus der Leinwand krabbelnden Modell umhalsen, während irgendwo die Sonne unterkriecht.

Frankfurter Rundschau vom 18.11. 1989, Hans-Klaus Jungheinrich:

Ein ähnlich reizvolles Exotikum bedeuten die beigegebenen 15 Bild-„Kapriolen“ des King Kong Kunstkabinetts Frankfurt/München. Warum sollte auch innerhalb einer seriösen Konzeption zwischen zwei Buchdeckeln nicht noch Platz für ein Biotop seltsamer Paradiesvögel oder burlesker Äffigkeiten bleiben?

Frankfurter Rundschau vom 30.7. 1989, Gundel-Maria Busse:

Die Drei vergreifen sich mit deutlich expressivem Pinselduktus in zum Teil schonungslos schreienden Farben an der Trivialthematik unserer Wohlstandsgesellschaft und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund… Was in dem Sachsenhäuser Galerienhaus zu sehen ist, lädt zum Mitdenken ein und lässt von der bildnerischen Intensität her - der figürliche Anteil ist bis an die Grenze zur Abstraktion verfremdet - kaum Wünsche offen. Die Ästhetik der Hässlichkeit hält Hof. Die Absicht macht durchaus nicht verstimmt,

Süddeutsche Zeitung vom 30.3.1988, Doris Schmidt:

Gemeinschaftsbilder von Walter Amann, Wolfgang Schikora und Ulrich Zierold gewinnen ihren Aufruhr aus der Kombination der Temperamente. Die Waage zwischen Einfall und Schrecken einerseits und ästhetischer Formulierung andererseits, sorgt für Bewegung; die inhärenten Probleme sind die von vielen, und deshalb wirken die Bilder der drei in den vierziger Jahren geborenen Maler irgendwie neutralisiert. Dass dabei auch Aggression zurückgenommen wird, scheint mehr als ein psychologisches Phänomen, ist vielleicht das, was Zelechovsky mit „mehr oder weniger entrückt“ gemeint hat.

Süddeutsche Zeitung vom 4.6.1987, Hanne Weskott:

Paradoxerweise gewinnen die Bilder, sobald ihre Inhalte aus der permanenten Vordergründigkeit verdrängt werden, an Kraft, weil die Malerei ein ganz selbstverständlicher Antipode zur Aussage darstellt. Bestes Beispiel hierfür ist sicher „Animateur“, wo sich die Beklemmung ganz leise in die Betrachtung der schönen Farbgebirge einschleicht..

Berliner TAZ vom 8.3.1986, Wiglaf Droste:

… hitzig explosiv geht es auf den Bildern zu, die das „King Kong Kunstkabinett” aus München noch bis 14.3. in der End-Art-Galerie in der Oranientrasse zeigt. Während der Vernissage war zwar der Heizofen mit dem wunderbaren Namen „Fireball- Alvina” meistgefragtes Objekt (Feuerstelle-Theke = Leben), an den Bildern und für die Bilder konnte ich mich ebenso erwärmen… Vor allem in den Großformaten,…, prallen gegensätzliche Vorstellungen aufeinander, entstehen Bild- im Bild- Geschichten, und doch ist in den harten Kontrasten ein Gemeinsames spürbar… Der Prozess ist wichtig, nicht der Zustand. Die Bilder springen dich an.

Münchner Theaterzeitung vom 4.1984, Rosemarie Farkas:

Das gilt auch für WeibsBilder und King Kongs, die sich 1977 formiert haben, um gemeinsam den Gipfel der kollektiven Phantasie zu erstürmen. Mit berückend-erfrischend-frechen Bildern, in denen die unterschiedlichen Vorstellungen der Einzelnen, sich zu aufregenden Spannungsgebilden fügten, konnten sie von ihrem Konzept überzeugen.

Abendzeitung München vom 8.3.1984, Peter M. Bode:

Was geschieht, wenn zwei Künstlerkollektive sich nochmals zusammentun und als Superkollektiv auftreten. Dabei passiert nichts Weltbewegendes, aber es macht Spaß; es ist vital und dekorativ: der gemeinsame kreative Akt erscheint wichtiger als das ästhetische Ergebnis.

Die „WeibsBilder“ sind unbefangener, fetziger als die Männer… Diese beziehen sich auf den expressionistischen Hintergrund und auch die aktuelle Geschichte: Collage-Elemente, Erinnerungen an Filmfiguren, Kunst-Zitate bieten objektiven Faktenstoff, der das gestische Geflecht der rumorenden Farben interessant strukturiert.

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